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EPISODE 1224 AUG 202655 MIN

Digitalstrategie 2028

Freya GreiffenhagenÖRAG

Show notes

Stell dir vor, du sollst ein Unternehmen digitalisieren, das 155 Jahre alt ist. Nicht neue Software auf alte Abläufe legen, sondern wirklich verstehen, wie gearbeitet wird. Freya Greiffenhagen macht genau das bei der ÖRAG Immobilien Gruppe, als CRM- und Prozessmanagerin im Innovations- und Digitalisierungsteam.

Warum passiert die eigentliche Arbeit, bevor irgendwer irgendwas anlegt? Bevor bei der ÖRAG das erste Feld in onOffice entsteht, wird der Prozess aufgezeichnet, im Workshop zurückgespiegelt und so lange nachgefragt, bis auch der letzte Sonderfall am Tisch liegt. Mühsam. Und offensichtlich der einzige Weg, der später nicht teuer wird.

Was machst du, wenn es angeblich gar keine Pain Points gibt? "Bei uns passt eh alles" ist die häufigste Antwort und gleichzeitig die unbrauchbarste. Freya erzählt, warum die echten Probleme erst in der dritten Nachfrage auftauchen und wieso Kolleginnen und Kollegen im Gespräch oft selbst merken, dass da noch was fehlt.

Kaufen oder selber bauen? In der Folge mit Philipp Kanape von Engel & Völkers war die Ansage: CRM selbst bauen. Freya ist das Gegenmodell. Gekauftes Tool, maximal ausgereizt, Ressourcen ins Kerngeschäft. Wer hat jetzt recht? Vielleicht hängt es weniger an der Unternehmensgröße als an der Frage, welche Use Cases du überhaupt hast.

Und wo ist die KI? Texte schreiben, Bildchen bearbeiten, das war es bei vielen. Freya trennt sauber zwischen KI und Automatisierung, was in der Praxis ständig durcheinandergeht. Viele wollen KI und brauchen eigentlich einen Automatismus. Dazu ein Satz, der hängen bleibt: Eine KI ist nur so gut wie die Person, die sie bedient.

Kann man Wissen demokratisieren, bevor man Agenten baut? Statt fertige KI-Lösungen zu verteilen, bringt das Team den Maklerinnen und Maklern erst einmal bei, wie ein Prompt funktioniert. Damit sie selber sagen können, wo KI Sinn ergibt. Davor liegt allerdings die Fleißarbeit: Daten. Ohne sauberes Datenfundament bleibt der KI-Agent über dem CRM ein Werbeversprechen.

Ist KI eine Männerdomäne? AI Gender Gap, Bias in Trainingsdaten, der Sicherheitsgurt, der nie für Frauenkörper ausgelegt war. Und gleichzeitig eine Wiener Expertinnenrunde rund um onOffice, in der fast ausschließlich Frauen sitzen. Was heißt das für die Branche?

Zum Schluss die Digitalstrategie 2028 und ein Teamziel, das man selten hört: dass es am Ende auch ohne das Innovationsteam funktioniert.

Kapitel:

00:00 155 Jahre Firmengeschichte digitalisieren 01:19 Freya Greiffenhagen, CRM- und Prozessmanagerin bei der ÖRAG 02:42 Der Einstieg: erst durch alle Abteilungen, dann bauen 04:12 Was die ÖRAG macht: Hausverwaltung, Vermittlung, Bewertung 05:35 onOffice als Zentrale im Alltag 06:12 OTTO Immobilien und das eugen!-Projekt 07:55 Eine ganze Abteilung onboarden: der Bewertungs-Case 09:54 Die eigentliche Arbeit passiert davor 11:51 Warum die echten Pain Points nie offensichtlich sind 13:27 Change Management und Betriebsblindheit 14:25 Gegenthese zum Eigenbau: kaufen und maximal ausreizen 18:47 Wann Selberbauen Sinn ergibt und wann nicht 20:30 Wo ist die KI im Daily Business? 21:12 KI ist nicht Automatisierung 25:54 Wissen demokratisieren: Daten, Prompts, MD-Files 27:31 Der KI-Agent über dem CRM: Zielbild oder Werbung? 33:29 Was automatisiert gehört und was Menschen machen müssen 36:59 Fuck-ups mit KI und das tägliche Mikro-Fuck-up 39:10 AI Gender Gap: Ist KI eine Männerdomäne? 42:51 Bias in den Daten, vom Sicherheitsgurt bis zum Haut-Screening 47:02 Von Age of Empires zur Freude an Prozessen 52:29 Digitalstrategie 2028 und das Ziel, sich selbst überflüssig zu machen